Kleidermotten nachhaltig bekämpfen: So geht's richtig!

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Motten möchte niemand gerne in seiner Wohnung haben - schon gar nicht im Kleiderschrank. Zum Ekel vor dem Ungeziefer kommen noch enorme Schäden, wie zum Beispiel Löcher, welche Motten-Larven an der Kleidung verursachen. Was Sie dagegen tun können und wie Sie die Biester optimal bekämpfen, verraten wir Ihnen hier.

Was sind Kleidermotten und warum müssen sie bekämpft werden?

Kleidermotten sind eigentlich Schmetterlinge bzw. Nachtfalter. Das Problem sind jedoch weniger die Motten selbst, als vielmehr deren Larven.

In der freien Natur nisten diese mit Vorliebe in den Nestern von Vögeln und Säugetieren. Dort ernähren sie sich dann von Federresten und Tierhaaren. Eine besondere Bedeutung hat dabei das Eiweiß Keratin, welches in den Federn und Haaren enthalten ist. Ohne dieses Eiweiß können sich die Larven nicht entwickeln. Ein Motten-Weibchen, das in eine Wohnung eingedrungen ist, sucht sich für die Eiablage folglich einen Platz, an dem Tierhaare zu finden sind.

In den meisten Fällen werden das Kleiderschränke sein. Dort finden sich für gewöhnlich Tierhaare in Wollpullovern, Schals oder anderen Kleidungsstücken, die einen Wollanteil besitzen. Ihr kuscheliger Kaschmir-Pulli oder Ihr luftig-leichtes Sommerkleid aus einem Mischgewebe können da schnell zur Nahrungsquelle für Motten-Larven werden. Die Folgen liegen auf der Hand: Kahl gefressene Stellen und Löcher in den Kleidungsstücken. Da ein Weibchen bis zu 300 Eier legen kann, ist die Gefahr groß, dass Ihre guten Stücke massiv beschädigt werden.

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So können Sie einen Befall mit Mottenlarven erkennen - 3 Hinweise

Bevor Sie einen Mottenbefall bekämpfen können, müssen Sie ihn natürlich erst einmal erkennen. Das ist oft gar nicht so leicht. Unsere 3 Hinweise helfen Ihnen dabei.

  1. Ein erster deutlicher Hinweis auf einen Befall besteht darin, wenn eine ausgewachsene Motte in Ihrer Wohnung herumfliegt. Die Wahrscheinlichkeit ist dann groß, dass sie auch Eier legen wird. Allerdings kann es sich bei dem Tier sowohl um eine Kleidermotte als auch um eine andere Mottenart handeln, etwa um eine Mehlmotte. Wenn Sie die Motte mehrfach sichten und dies jeweils in der Nähe von Textilien oder Kleiderschränken erfolgt, können Sie jedoch ziemlich sicher davon ausgehen, dass es sich im eine Kleidermotte handelt.

  2. In einem nächsten Schritt sollten Sie dann unbedingt den Inhalt Ihres Kleiderschranks gründlich kontrollieren. Dazu empfiehlt es sich, den Schrank komplett auszuräumen und sich jedes einzelne Kleidungsstück genau anzuschauen. Finden sich darin kleine Löcher, die eindeutig nicht zur Struktur gehören, liegt definitiv ein Befall mit Mottenlarven vor.

  3. Ein weiteres untrügliches Kennzeichen ist darüber hinaus das Auftreten von sogenannten Mottengespinsten. Dabei handelt es sich um feine, weiße Fäden oder Kokonreste, die die Tiere hinterlassen. Sie kommen in erster Linie auf Kleidungsstücken vor, die längere Zeit nicht getragen worden sind.

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Natürliche Tipps, um einem Mottenbefall vorzubeugen oder zu bekämpfen

Der beste Mottenbefall ist natürlich der, der sich erst gar nicht ereignet. Vorbeugung spielt also eine große Rolle. Das heißt also, die eigene Wohnung für Motten möglichst unattraktiv zu machen und ihnen gleichzeitig den Zugang zu erschweren.

Ist es dennoch geschehen, kommen Sie um eine Bekämpfung nicht herum. Wir konzentrieren uns dabei ausschließlich auf natürliche Maßnahmen. Chemie zur Mottenbekämpfung, wie sie etwa in den berühmten Mottenkugeln zu finden ist, hat unserer Ansicht nach im Kleiderschrank nichts zu suchen. Und noch etwas ist wichtig: Die Grenzen zwischen Vorbeugung und Bekämpfung sind bei vielen Maßnahmen fließend.

Tipp 1: Ein Fliegengitter anbringen

Motten gelangen häufig über ein offenes oder ein gekipptes Fenster in die Wohnung. Sie werden dabei vor allem von bestimmten Duftstoffen und weniger von Licht angezogen. Ein Fliegengitter am Fensterrahmen kann dabei helfen, dass die Tiere auch bei geöffnetem Fenster nicht ins Innere gelangen.

Allerdings kann man ein Haus niemals komplett vor Motten abdichten. Fliegengitter stellen lediglich eine Unterstützung dar.

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Tipp 2: Kleiderschränke regelmäßig umräumen und reinigen

Motten lieben dunkle, warme und trockene Plätze. Die allermeisten Kleiderschränke sind deshalb für sie so etwas wie der ideale Lebensraum.

Um sie zu vertreiben, tut man deshalb gut daran, so viel Unruhe wie möglich in den Schrank zu bringen. Kleidungsstücke umräumen und dabei den Innenraum des Schranks mit Essigwasser reinigen, sind probate Mittel zur Mottenbekämpfung.

 

Tipp 3: Lavendelseifen zwischen die Kleidung legen

Mit bestimmten Gerüchen kommen Motten überhaupt nicht zurecht. Das betrifft vor allem den Geruch von Zedernholz und noch mehr den von Lavendel. Sie haben bestimmt schon mal davon gehört, dass ein mit getrocknetem Lavendel gefüllten Säckchen gegen Motten hilft, wenn man es zwischen die Kleidungsstücke legt.

Es geht allerdings noch viel unkomplizierter. Nehmen Sie doch einfach eine oder mehrere Lavendelseifen, die Sie zwischen die einzelnen Kleidungsstücke stecken. Wichtig ist, dass die Seife ätherisches Lavendelöl enthält. Angenehmer Nebeneffekt: Ihr Kleiderschrank und ihre Kleidung duften wohltuend frisch.

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Tipp 4: Kleidung heiß waschen oder einfrieren

Auch wenn es Motten grundsätzlich warm mögen, vertragen die Insekten große Hitze ganz und gar nicht. Wurde ein Befall mit Motten bzw. Motten-Larven festgestellt, sollten alle Kleidungsstücke mit einer Temperatur von über 50 Grad Celsius gewaschen werden.

Bei Kleidung, für die diese Temperaturen zu heiß wären, hilft alternativ die Kühltruhe oder ein Eisschrank. Sie wird dazu einfach in Tüten verpackt und für circa vier Wochen eingefroren. Diese Prozedur tötet alle eventuell vorhandenen Motten und Larven garantiert ab.

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Tipp 5: Kleidung im Freien in die pralle Sonne stellen

Im Sommer lassen sich Motten auch prima dadurch bekämpfen, indem man die Kleidungsstücke ins Freie und in die pralle Sonne stellt. Auch mit dieser Methode lassen sich Temperaturen erzielen, die das Ungeziefer mindestens vertreiben. Verstärken lässt sich der Effekt übrigens noch dadurch, wenn die einzelnen Kleidungsstücke in eine schwarze Folie gesteckt werden.

Achtung: Textilien, die nur bei maximal 30 Grad Celsius gewaschen werden dürfen, vertragen dieses Vorgehen nicht.

 

Mit unseren Tipps können Sie in der Regel Kleidermotten und ihre Larven sehr effektiv und vor allem natürlich bekämpfen. Meist ist es nämlich überhaupt nicht notwendig auf künstliche Mittel zurückzugreifen. Mit nachhaltigen und natürlichen Hausmitteln, wie hier beschrieben, tun Sie stattdessen sich selbst, wie auch der Umwelt einen Gefallen